Hamburger Fischmarkt




Wer kennt ihn nicht? Den Hamburger Fischmarkt!

Ein Muss: Hamburg-Touristen, Reeperbahn-Bummler, Nachtschwärmer, Frühaufsteher oder auch die Hamburger selbst... Sie alle kommen in Scharen jeden Sonntag in aller Frühe zum Fischmarkt in Altona, um die urige Originalität der Marktschreier, Blumenhöker und Bananenwerfer “live” zu erleben.

Hier wird einem alles geboten, vor allem aber eine gelungene Verkaufsshow vieler Einzelhändler. Denn kaum ein deutscher Wochenmarkt zieht so viele Besucher an wie der Hamburger Fischmarkt. Weit über eine Million Besucher erfreuen sich jedes Jahr an dieser einzigartigen Atmosphäre und sorgen dafür, dass der Hamburger Fischmarkt inzwischen einen weltbekannten Ruf genießt.

Der Fischmarkt, welcher jeden Sonntagmorgen von 5 Uhr bis 9:30 Uhr (ab Anfang Oktober bis Ende März erst ab 6 Uhr) in der Großen Elbstraße gegenüber der Fischauktionshalle abgehalten wird, ist Kult und somit eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Hamburg. Ursprünglich diente er zur Versorgung der Bürger mit frischem Fisch. Die Besonderheit der frühen sonntäglichen Öffnungszeit beruht darauf, dass der Fisch morgens vor dem Kirchgang verkauft werden sollte, weil es später sonst zu warm für den Fischverkauf sei.

Heute kann auf dem Fischmarkt über lebende Kleintiere, Pflanzen, Obst & Gemüse, Haushaltswaren und Textilien alles bestaunt und erstanden werden, für das leibliche Wohl gibt es zahlreiche Angebote. Fische jedoch werden nur noch in “virtuellen Aktionen” auf dem Fischmarkt, unter Abhaltung einer einzigartigen Verkaufsshow der Händler, versteigert.

So ist es nicht wirklich verwunderlich, dass nach Beendigung des Fischmarkts der Platz wie ein Schlachtfeld aussieht, kistenweise Müll, Obst, Gemüse und altes Eis zum Lagern der Fische zurückgelassen wird und die Hamburger Stadtreinigung mit “schwerem Gerät” wie Container, Einsatzfahrzeugen, Schaufel und Besen dem Ganzen jeden Sonntag Mittag zu Leibe rücken muss.

Unterstützt werden sie dabei von freiwilligen “Helfern”, den Möwen…


Der Hamburger Fischmarkt – Entstanden aus dem Altonaer Fischmarkt und dem St. Pauli Fischmarkt

Nachdem im Jahre 1640 der dänische König Christian IV. Herzog von Holstein wurde und Altona somit zu Dänemark gehörte, versuchten die Dänen über Jahre hinweg der Stadt Hamburg Konkurrenz im Fischhandel zu machen. Dies gelang ihnen besonders gut, als 1664 König Friedrich III. von Dänemark das Stadtrecht an Altona verlieh.

Da sich seit dem frühen 16. Jahrhundert immer mehr Fischer und Handwerker vor den Toren Hamburgs ansiedelten, erlaubte es die damalige eigenständige Stadt Altona erstmals im Jahre 1703, dass auch Sonntags in Altona vor dem Kirchgang Handel betrieben werden durfte. Seitdem ertönten auf dem Altonaer Fischmarkt jeden Sonntag die Glocken, welche auch heute noch zu hören sind. Der Stadt Altona gelang es somit über Jahrhunderte hinweg zum größten Anlandeplatz der deutschen Fischfangflotte zu werden.

Die heutige Fischauktionshalle

Hamburg jedoch zog im Konkurrenzkampf um den Fischhandel mit und errichtete 1861 direkt an der Grenze zur Stadt Altona den St. Pauli Fischmarkt, welcher erst 1934 mit dem im Jahre 1703 entstandenen Altonaer Fischmarkt zusammenwuchs.

So erbaute Hamburg von 1889 bis 1890 eine eigene 2.000 Quadratmeter große Fischauktionshalle, die damals reichlich Platz zur Zubereitung, Verpackung, Versteigerung und Versand der Fische bat. Im Jahre 1971 wurde die Fischauktionshalle allerdings abgerissen.

Die Stadt Altona errichtete ebenfalls ihre eigene Fischauktionshalle in der Zeit von 1895 bis 1896. Die noch heute stehende und sehr bekannte Fischauktionshalle wurde damals im Stil einer dreischiffigen Basilika aus einem Eisen- und Glas-Konstrukt erbaut. Auch sie war nach langer Zeit vom Abriß bedroht, wurde jedoch restauriert und dient nun seit 1984 alleinig als Veranstaltungszentrum. So findet auch fast jeden Sonntag zur Fischmarkt-Zeit eine musikalische Veranstaltung in dieser Halle statt, die viele Fischmarktbesucher anlockt.

Der Fischhandel jedoch wurde auch in der Altonaer Fischauktionshalle in den frühen 50er Jahren beendet aufgrund der Errichtung vieler Kühlhäuser und Fischfabriken, welche die Auktionshalle überflüssig machten.

Die inzwischen recht bekannten Einzelhändler des Fischmarktes bieten mittlerweile weiteren Großstädten an, einen Hamburger Fischmarkt als Event abzuhalten und treten damit zum Beispiel in Stuttgart, Dresden und Regensburg auf. Bleibt nur die Frage, ob es den gleichen Charme erreicht wie in der originalen Hamburger Umgebung.

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